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Wenn Seelen uns besuchen kommen

Wenn Seelen uns besuchen kommen

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Als allgemeine Regel gilt, dass die verschiedenen Ebenen der Seele (Nefesch, Ruach, Neschama) nicht in nur einem einzigen Leben korrigiert werden können. So wird der Mensch in verschiedene Ausgangspositionen hineingeboren, von denen jede Einzelne die Verbesserung eines bestimmten Niveaus seiner Seele fördert: Sei es das ultraorthoxe Mea Schearim, das dem Menschen sich lebenslänglich nur mit der Tora zu befassen ermöglicht, oder sei es eine assimilierte Familie in Deutschland, in der ein Mensch die Welt der Tora auf eigene Faust entdecken kann, – jede Situation stellt ihre eigenen Aufgaben, die auf einen spezifischen Teil der Seele abgestimmt sind.

Bedeutet es nun, das ein Mensch, der in der Zwischenzeit "nur" die Ebene "Nefesch" bereinigt hat, zur Erreichung des nächsthöheren Niveaus unbedingt ableben und wiedergeboren werden muss? Das Judentum lehrt uns, dass ein sich nach größerer Nähe zu G-tt sehnender Mensch dafür auch besondere Hilfe bekommt. Als König David die Stätte des Heiligen Tempels suchte, war Saul entsetzt, dass nicht er sondern David diese Stätte fand. Doch David sehnte sich so sehr nach dem Heiligen Tempel, dass der Ewige ihm die Bitte, jene Stätte zu zeigen, nicht abschlagen konnte (Babylonischer Talmud, Zwachim 54b). Wenn es ein Mensch in diesem Leben erreicht hat, das Niveau "Nefesch" zu begradigen, er aber noch mehr für G-ttes Nähe tun möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihm in diesem Leben weiterzuhelfen: Es kann z.B. sein, dass die Seele eines Zaddiks, der sich vollkommen richtiggestellt hat und daher keine Wiedergeburt mehr braucht, sich mit seiner Seele verbindet. Die Seele dieses Zaddiks erfüllt die Rolle der sie bewohnenden "Ruach"-Ebene jener Person, - und ermöglicht ihr das Übersteigen der Grenzen ihrer eigenen Seelenwurzel (Tanja, 14. Kapitel). Auch können Seelen aus früherer Generation, z.B. aus der unseres Vorvaters Awraham, sich mit einer zeitgenössischen Seele verbinden und sie zu größeren spirituellen Höhen führen (vgl. Das Tor der Reinkarnationen [Sha'ar HaGilgulim], Einführung 2). Hier ist die Genauigkeit entscheidend, wie dieser Mensch die Mizwot beachtet, da nur das Handeln nach Seinem Willen uns G-tt näher bringt. Dadurch kann sich der Zaddik mit unserer Seele verbinden, - besonders wenn es um eine dem Zaddik besonders lieb gewordene oder sehr wichtige Mizwa geht.

Dieses Phänomen wird "Ibur" (Befruchtung) genannt, was spirituelle Übernahme einer niedrigeren Seele durch eine oder mehrere höhere Seelen zugunsten der Beiden bedeutet. Der Gewinn des Gastgebers ist seine Erhebung auf eine viel höhere spirituelle Ebene, da seine Seele durch die Reinheit der Seele des Zaddiks inspiriert und veredelt wird. Doch auch der Zaddik, dessen Seele sich mit der in dieser Welt lebenden Person verbindet, profitiert davon, denn nur in dieser physischen Welt kann der Mensch seinen spirituellen Status verändern. Vergleichen wir es mit dem physischen Gesetz, dass alles sich Bewegende auf Widerstand stößt. Der Bewegungsakt wird einerseits erschwert, andererseits verdanken wir es genau diesem Widerstand, dass wir vorwärts kommen können. Die Seele braucht zur Ausführung der Mizwot und Erreichung höherer Ebenen einen Körper. Wenn der Zaddik jenem Menschen hilft, die Qualität seiner Beachtung der Mizwot zu veredeln und ein intensiveres Ausmaß an Heiligkeit zu kosten, erhebt sich auch die Seele des Zaddiks. Ihm wird nunmehr auch das spirituelle Aufblühen seines Gastgebers zugerechnet. Das ist das Geheimnis der Aussage unserer Weisen, dass Zaddikim großartig sind, denn selbst nach ihrem Ableben verdienen sie es, Kinder zu haben..." (Chullin 7b; Sanhedrin 47a) denn sie werden gewissermaßen die Väter ihrer Gastgeber (Sha'ar HaGilgulim, Hakdama 2).

Die Fortsetzung der Gegenwart der Seele des Zaddiks hängt vom Gastgeber ab. Wenn dieser anschließend eine böse Tat begeht, kann der Zaddik nicht mehr in ihm verweilen. Doch mit der überwältigenden Heiligkeit seiner Gegenwart, die ihn zu den erhabensten Ebenen der Spiritualität führt, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der Gastgeber je etwas gegen den Willen des Schöpfers tut.

Der nächste Abschnitt behandelt die Diskussion im Buch des Sohars über den "Ibur" der Seelen von Nadav und Awihu, den beiden Söhnen des Kohen (Priester) Aaron, die plötzlich eine heilige Flamme aus dieser Welt hinauszog, als sie von G-tt nicht verlangte Räuchergaben darbrachten. Obwohl ihre Tat gewissermaßen eine Sünde war, interpretiert der Sohar diesen Akt als eine überaus positive Tat: Ihr Tod büßt eigentlich für viele von den Israeliten selbst lange Zeit danach begangene Sünden und half während des Exils, die Situation des jüdischen Volkes zu mäßigen. Deshalb, schließt der Sohar, lesen wir am Jom Kippur, dem Versöhnungstag und heiligsten Tag des Jahres, ausgerechnet von Opfer und Tod des Nadav und Awihu (Lev. 10:1-2; 16:1 ff.; Sohar, Bd. II, S. 57b).

Der Vers sagt: "Elasar, der Sohn von Aaron, nahm sich eine der Töchter Putiels zur Frau, und sie gebar Pinchas; das sind die Oberhäupte des Stammes der Leviten, gemäss ihren Familien" (Ex. 6:25). Der Sohar fragt: Warum sagt der Vers "das sind die Oberhäupter das Stammes der Leviten" - im Plural? Er, Pinchas, war nur eine einzige Person, sollte es dann nicht heißen "dies ist das Oberhaupt der Sippe der Leviten" – im Singular? Der Sohar antwortet: „Das, was die Oberhäupter der Leviten verloren hatten, konnte in ihm wiedergefunden werden. Der Verlust, der durch ihren [Nadav und Awihus] Ausfall entstand, als sie durch das Feuer, das vom Himmel hervorsprang, von dieser Welt plötzlich zurückgenommen wurden, konnte durch ihn [Pinchas] wieder behoben werden. Aus diesem Grund verdiente er sich die Kehuna (Priestertum). Nur Aaron und seine Söhne sind zu Kohanim gekrönt worden, d.h. nur ihre Nachkommen, die nach jener Krönung geboren wurden waren automatisch Kohanim. Pinchas, der Sohn von Elasar - einer der Söhne Aarons - war zu jener Zeit, als Aaron und seine Söhne zu Kohanim gekrönt wurden, bereits auf der Welt und daher automatisch ausgeschossen von der Kehuna. Jedoch handelte Pinchas eifrig dem Ewigen zuliebe und besänftigte dadurch Seinen Zorn über die israelitischen Herren, die sich mit moabitischen, midianitischen, liberalen Frauen einließen. So wurde Pinchas für seine mutige Tat Kehuna verliehen (Num. 25:1-15).

Pinchas erbte nicht nur die Kehuna von Nadav und Awihu, sondern ihre Seelen, die sich durch Ibur mit seiner Seele verbanden. Das ist der Grund, warum der Sohar-Vers sagt "das sind die Oberhäupter" im Plural und nicht im Singular (Sohar II, S. 26b).

Rabbi Schimon Bar Jochai studierte gerade Paraschat Pinchas, als sein Sohn Rabbi Elasar ihn fragte: Was haben Nadav und Awihu mit Pinchas zu tun? Wäre Pinchas nach ihrem plötzlichen Abgang aus dieser Welt geboren, könnte er eine Wiedergeburt von ihnen mit der Aufgabe, Versäumtes und Vernachlässigtes zu vollenden, sein. Doch da Pinchas bei Nadav’ und Awihu’ Tod bereits am Leben und seine Seele in seinem Körper war, - wie konnten diese Seelen sich mit der bereits vorhandenen Seele "zusammen inkarnieren"?

Rabbi Schimon antwortete: Mein Sohn, das ist ein übernatürliches Wunder. Hier ist die Erklärung: Als Nadav und Awihu diese Welt verließen, wurden sie nicht von den Flügeln des heiligen Felsens beschützt [ein Ausdruck, der auf die Schechina, die G-ttliche Gegenwart, hindeutet], weil, wie es geschrieben steht (Num. 3:4), sie keine Kinder hatten. Sie hatten die Mizwa "seit fruchtbar und mehret euch" nicht erfüllt und verminderten somit das G-ttliche Bild.

Der Mensch wurde nach G-ttes Bild erschaffen. Wer Kinder hat, vergrößert das G-ttliche Bild in der Welt, aber wer keine Kinder hat, vermindert es. Dementsprechend waren Nadav und Awihu nicht würdig, als Hohepriester (Kohen Gadol) zu dienen und Räuchergabe ins Allerheiligste zu bringen. Pinchas hingegen hat eifrig den heiligen Bund, der durch den Brit (Beschneidung) ins menschliche Fleisch gesiegelt ist verteidigt, indem er die vorsätzlichen Sünder mit seinem Speer öffentlich aufgespießte. Doch als plötzlich viele Männer vom Stamm Schimon, dessen Anführer er gerade getötet hatte, auf ihn zukamen, verließ ihn angstvoll seine Seele.

Danach drangen die körperlosen Seelen von Nadav und Awihu in ihn ein, worauf auch seine eigene Seele zurückkam und sich mit den "Gastseelen" zu einer einzigen Seele verband. So erbte er ihre Positionen und wurde erst dadurch zum Kohen. Zuvor wäre dies unmöglich gewesen, und wird nun Ibur genannt. Der große Unterschied zur Wiedergeburt (Gilgul) besteht darin, dass die ursprüngliche Seele im Körper bleibt und sich mit einer oder mehrerer zusätzlicher Seelen verbindet, die sie dann "seelisch unterstützen". Die Seelen von Nadav und Awihu konnten somit weiter als Kohanim fungieren und auch Pinchas konnte Kohen werden und erhielt G-ttes Friedensbund. Er verdiente sich dieses Privileg durch seine eifrige Hingabe der Behütung der Heiligkeit der Intimität des Volkes Israel, das Zimri geschändet hatte. Durch Pinchas wurde es Nadav und Awihu ermöglicht, die Heiligkeit, die zum intimen Bund des jüdischen Paares gehört, in ihrer höchsten Reinheit zu erleben, indem sie sich mit demjenigen, der sein Leben dafür zu opfern bereit war, verbanden.

Ein weiterer Grund dafür, dass sich beiden Seelen ausgerechnet Pinchas aussuchten und auch beide mit ihm verbanden:

Rabbi Elasar fragte seinen Vater Rabbi Schimon Bar Jochai: Wenn Nadav und Awihu zwei Menschen waren, warum werden sie beschrieben, als würde es sich nur um einen Menschen handeln? [In anderen Worten, warum mussten beide sich mit Pinchas verbinden? Warum suchte sich nicht einfach jeder von ihnen einen eigenen "Gastgeber"?] Rabbi Schimon antwortete: Weil sie als Unverheiratete nur zwei halbe Menschen waren, denn ein Mensch, der nicht heiratet, ist nur ein halber Mensch. Daher werden die Beiden zusammen als eine Einheit betrachtet.

Der Begriff "Dibuk" ist mit dem Begriff "Ibur“ verwandt; nur ist Ibur für den Gastgeber wohltuend, während Dibuk schädlich ist. Das Wort "Dibuk" ("Haften") bezieht sich auf die körperlose Seele einer wenig tugendhaften Person, die für ihre schlechten Taten ein "Fahrzeug" sucht. Indem sie sich mit der Seele einer lebenden Person verbindet, behindert sie ihren "Gastgeber" (besser: ihre Geisel), selbständig oder gar rational zu handeln. Diese Geiselnahme kann dadurch ausgelöst werden, dass der jetzige Gastgeber dasselbe Vergehen wie einst der Dibuk beging. Diese bösartige Besitznahme kann bis zum Tod des Besessenen führen, soweit der Dibuk nicht angemessen vertrieben wird.

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3 Kommentare
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Lemke, Manuel 11. April 2013

Artikel, Seelen Hi. Wo kann man die erwähnten Zusatzbücher
- Babylonischer Talmud
- Tanja
- Das Tor der Reinkarnationen

im Internet finden/ als Ebook, Audio-Book?

Man dankt.

Mit freundlichen Grüßen



Manuel Lemke Reply

Birgitta-Renate Hemmer Karlsruhe 10. April 2013

Ibur und Dibuk und eine haarsträubende Konsequenz Eine ganz Reihe berühmter moderner (christlicher) Theologen hat sich den Kopf darüber zerbrochen, wie das Christentum zu seinen Praktiken kam. Die Erklärungen, die man fand, besagen, dass es eine Vermischung mit dem Heidentum gegeben haben muss, speziell mit dem Mithras-Kult und dem Dionysos-Kult. Besonders die total "unjüdische Idee" der "Kommunion", bei der sich der "Kommunizierende" mit der Seele des verstorbenen Jesus verbinden will, wobei das Essen und Trinken in symbolischer Form von Fleisch und Blut als besonders eklatanter Verstoß gegen die jüdischen Gebote angesehen wird. Und nun aber Ihr Artikel über Ibur - sind Ihnen die theologischen Konsequenzen eigentlich klar? Wenn das "stimmt", was Sie da schreiben, dass die Vorstellung tief im Judentum verwurzelt sein soll, man könnte sich mit der Seele eines verstorbenen Zaddik verbinden,DANN....! - Dann braucht man ja gar nicht weit zu suchen! Reply

Ursula Nina Nowak Bietenberg/Oberägeri (Rothenthurm) 10. April 2013

Im Jahr 19 88 hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Sogleich war mir klar, dass der Ruf nicht von aussen kam - obgleich es sich genauso anhörte -sondern von innen. Ich unterbrach meine Tätigkeit und ging hinaus auf den Hügel zu der Linde, woher ich den Ruf venommen zu haben glaubte.

Kaum draussen, sah ich auf dem Hügel den Propheten Elias stehen und wusste mit aller Selbstverständlichkeit, dass er mein Vater war. Ich eilte hinauf und warf mich in seine Arme.

Dabei war mir klar, dass jemand anderes hier niemanden ausser mir sehen würde. Ich aber sah (und spürte) nicht nur meinen Vater, sondern viele andere Menschen, die mit ihm zusammen hier weilten.

Wir setzten uns unter die Linde, und ich fragte, was mir zutiefst im Herzen brannte: "Wie kann ich helfen?" Ich meinte damit: Wie kann ich helfen, dass es besser wird in der Welt.

"Versuch zu formulieren, was Du glaubst", riet mir mein Vater.

Das habe ich seither getan.

In Liebe

Nina Reply

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