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Warum soll ich Worte sagen?

Warum soll ich Worte sagen?

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Frage?

Wie soll ich mich dazu bewegen, zu beten? Ich habe kein Problem, Tefillin jeden Tag zu legen und das Schma Jisrael mit ein paar Gebeten zu sagen. Aber mir fehlt die Geduld für alle Gebete. Dieses „sag einfach die Worte“ eine Stunde lang, erscheint mir völlig bedeutungslos, selbst wenn ich die Übersetzung der Worte verstehen würde.

Antwort!

Ich verstehe Dich.

Lass uns wie folgt beginnen: Es stimmt, dass der grundlegendste Aspekt des Gebets darin besteht, mit G-tt über unsere Bedürfnisse sprechen. Die biblische Mizwa beinhaltet einfach das Gespräch mit G-tt. Über die Jahre hinweg haben die Rabbiner diese Mizwa verfeinert und eine spezifische Liturgie hinzugefügt, die uns hilft, unsere Ideen zu formulieren. Aber mit welchem Resultat? Für viele, wie anscheinend auch für Dich, war es ein Lippenbekenntnis, so, als nähmst Du von Kuchen nur die Glasur, oder ließest sogar Kuchen und Glasur weg und behieltest nur die Kuchenschachtel. Eine richtige Tragödie.

Ich werde mich immer an die Geschichte meines Freundes damals in der Jeschiwa erinnern, der eines Morgens zu unserem Maschpia (Lehrer, der auch geistiger Berater ist) ging und ihm sagte, er habe keine Lust zum Beten. Er sehe darin keine Bedeutung und außerdem wäre er über einen Bombenanschlag in Israel so bestürzt, dass er sich nicht dazu bringen könne, zu einem G-tt zu beten, der solche Dinge geschehen lasse.

Der Maschpia überraschte mich. Er sagte meinem Freund: „Das ist o.k. Zieh einfach deine Tefillin an und sag G-tt genau das. Erklär Ihm, dass Du es schwer findest, während des Davens (Betens) eine Verbindung mit Ihm herzustellen. Drück Deine Frustration über die neuesten Ereignisse in Israel aus. Sag Ihm, was Du mir gesagt hast.“

Nach einer Stunde kam der Student zurück und dankte seinem Lehrer für sein bestes Gebet des Jahres. Er hatte nicht nur diese Gedanken, sondern sie tatsächlich während des regulären Gebets ausgedrückt.

Also der erste Schritt zum bedeutsamen Gebet besteht in der Bereitschaft, mit G-tt wie mit einem engen Freund zu sprechen. Nur dass dieser Freund während des Sprechens Worte erschafft.

Im nächsten Schritt steckst Du Deine eigenen Gedanken und Gebete in den jeweiligen Gebetsabschnitt, die zu diesem allgemeinen Thema passen. Das ist viel leichter, als die genaue Übersetzung jedes Wortes und Ausdrucks. Und Du wirst sehen, wie praktisch das Gebet dadurch wird.

Dazu ein Beispiel, wie es die Geschichte meines Freundes zeigt: Seine beiden Ideen kommen im Davenen vor. In der Amida gibt es ein bestimmtes Gebet für Jerusalem. Wenn Du die Worte der Amida sagst, denk einfach Deine eigenen Gedanken über Israel. Im Segensspruch vor dem Schma Jisrael bitten wir G-tt, dass Er uns Inspiration und Freude mit Seiner Tora und Seinen Mizwot gibt. Während Du das sagst, denk Deine eigenen Gedanken und mach daraus eine Priorität, und Du wirst sehen, wie relevant das Gebet wird.

von Yisroel Cotlar
Rabbi Yisroel Cotlar ist ein Chabad Rabbiner in Cary, North Carolina. Er gehört dem Chabad.org Ask the Rabbi Team an.
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