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Ein Bett, das nach Trauer schmeckt

Ein Bett, das nach Trauer schmeckt

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Es gab große Neuigkeiten: Der Zadik wollte die Stadt besuchen. Reb Jossele, der Sohn von Reb Mordechai von Neschchitz, hatte keine Ruhe mehr, als er hörte, dass Reb Jaakow Jizchak, der berühmte Choseh (Seher) von Lublin, in seine Stadt kommen werde.

Er hatte viele erstaunliche Berichte über diesen heiligen Mann gehört und wollte ihn unbedingt treffen und etwas von ihm lernen. Er beauftragte sogar einen Schreiner, ein Bett für den Choseh zu zimmern. Er hatte nämlich gehört, dass der Seher, wenn er in einem fremden Bett schlafen musste, manchmal rief: „Es kratzt!“

Damit der Zadik es bequem hatte, beschloss Jossele, das Bett vorher auszuprobieren, um jedem denkbaren Problem vorzubeugen. Er gab dem Schreiner genaue Anweisungen. Der Mann war als frommer Jude bekannt, und Jossele wies ihn an, sich vor Arbeitsbeginn in der Mikwe zu reinigen und während der Arbeit sorgfältig vor unreinen Gedanken zu hüten.

Aber der Schreiner war niedergeschlagen, weil er in der ersten Woche des Monats Aw mit der Arbeit anfangen musste. Das war die Phase der tiefen Trauer über den zerstörten Heiligen Tempel. Einen Wunsch seines Rebbe konnte er zwar nicht abschlagen, aber er war deprimiert und hielt sich für spirituell unwürdig. Trotzdem leistete er gute Arbeit und war rechtzeitig fertig.

Jossele stellte das Bett in einen besonderen Raum, bezog es mit frischen, neuen Leintüchern und stellte einen kleinen Tisch, eine Lampe und einen Stuhl daneben. Dann schloss er die Tür ab, damit niemand außer dem Zadkik das Bett benutzen konnte. Jetzt war er davon überzeugt, alles für die Bequemlichkeit des Choseh getan zu haben.

Ein paar Tage später traf der Choseh ein. Jossele begrüßte ihn und freute sich sehr, als der Zadik seine Einladung annahm. Er führte seinen hohen Gast in sein Zimmer, zeigte ihm stolz das Bett und erklärte ihm, ein frommer Schreiner habe es eigens für den Zadik gemacht. Müde von der langen Reise, legte der Zadik sich zur Ruhe nieder. Doch schon nach wenigen Augenblicken hörte Jossele den Chose rufen: „Es kratzt! Helft mir, es kratzt!“

Jossele war erstaunt. Was bedeuteten diese Schreie? Rasch ging er ins Zimmer des Zadiks, und weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte, bot er ihm sein eigenes Bett an, das hoffentlich bequemer sein würde. Der Choseh nahm das Angebot gerne an, und alles blieb still. Aber Jossele verbrachte eine schlaflose Nacht und fragte sich, ob etwas in seinem Haus spirituell unrein war und den Zadik gestört hatte.

Am Morgen erwachte der Zadik erfrischt und fröhlich. „Vielen Dank“, sagte er zu Jossele. „Ich habe vorzüglich geschlafen. Deine Gastfreundlichkeit hat mich ganz munter gemacht!“

Jossele freute sich über die Worte des Zadiks. Aber er verstand immer noch nicht, warum sein Gast sich im neuen Bett so unwohl gefühlt hatte. Deshalb fragte er ihn danach.

„Mach dir deswegen keine Sorgen. Das Bett ist in jeder Hinsicht gut und koscher“, versicherte ihm der Zadik. „Ich schlief nur deshalb schlecht darin, weil es nach Trauer schmeckte. Es wurde in den neun Tagen vor Tischa beAw gezimmert. Der Schreiner ist ein frommer Mann, der die Zerstörung des Heiligen Tempels beklagte, während er das Bett machte. Der spirituelle Rest seines Kummers haftete noch daran.“

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1 Kommentar
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danielsundt 7. November 2010

ein bett, dass nach trauer smeckt eine schoene mayse... todah rabbah Reply