Here's a great tip:
Enter your email address and we'll send you our weekly magazine by email with fresh, exciting and thoughtful content that will enrich your inbox and your life, week after week. And it's free.
Oh, and don't forget to like our facebook page too!
Kontakt

Blüten im Winter?

Blüten im Winter?

 E-Mail

Auf dem Kalender an meiner Wand steht Januar. Es ist aber auch der jüdische Monat Schwat, das bedeutet, dass Tu Bischwat (das Neujahr der Bäume) vor der Tür steht. Es markiert den Beginn der Wachstumsphase der Früchte. Es ist ein Tag, an dem wir G-tt danken, für all die Nahrung, Schönheit und Freude, die Bäume – Früchte besonders – uns bieten.

Im Lande Israel blüht der Mandelbaum. Ich wohne jedoch leider in Connecticut und alles, was ich sehe, ist Schnee und verlassene Bänke. Viele jüdische Feiertage – ganz gleich wo wir sind – folgen dem klimatischen Zyklus des Heiligen Landes.

Das "Neujahr für Bäume" markiert das Ende des Haushaltsjahres für die Zehnten, die wir den Leviten und Armen gaben sowie unsere Portion, die wir nach Jerusalem brachten als der Tempel stand.

Zum jetzigen Zeitpunkt leben die meisten Juden außerhalb Israels. Sogar in Israel können die Zehnten nicht ihren Zweck erfüllen, da wir keinen Tempel haben. Dies gestattet natürlich die Frage: warum feiern wir Tu Bischwat überhaupt - in der Diaspora?

Ich glaube, hierfür gibt es zwei Gründe:

1) Unserer Hoffnung, unserem Verlangen und Glauben Ausdruck zu verleihen, schon bald wieder im Heiligen Lande zu wohnen, mit dem wiedererrichteten Tempel, sodass wir all jene Gebote ausführen können, die nur in dem besonderen spirituellen Zustand relevant sind. Unsere zeitgenössische Feier von Tu BiSchwat macht das Gebot über die Abgabe des Zehnten bei Früchten – und die Erlösung selbst – zu einer wahren und erwartungsgemäßen Möglichkeit in unserem Leben.

2) Tu BiSchwat erinnert uns daran, dass wir in uns selbst – in einer Art Mikrokosmos – die Möglichkeit haben, in den Zustand des "Landes Israel" zu gelangen.

Der Prophet Maleachi (3:12) erzählt, dass G-tt dem jüdischen Volk sagt: "Ihr sollt mir ein Land des Wohlgefallens sein" – ein Begriff, der auch auf das Land Israel angewandt wird.

Der Baal Schem Tow erklärt, dass der Prophet andeutet, dass genau wie die Erde die größten Schätze unter ihrer Oberfläche verbirgt – in Form von kostbaren Metallen und Edelsteinen, die tief in der Erde begraben liegen. So wie die produktive Energie in der Seele eingeschlossen ist, so hat auch jeder von uns die Möglichkeit, riesige Reserven und Potenzial von Gutem und Heiligkeit in sich selbst zu entdecken. Wir müssen nur die Schätze zu Tage fördern, die hinter unserem irdischen Äußeren versteckt sind und die Saat säen – die guten Taten, die Wurzeln schlagen werden, aufblühen und sich vermehren.

Wir müssen bei jeder Tat nach einem tieferen Grund suchen. Daher haben wir für alle Arten von Aktivitäten Segenssprüche und Gesetze für noch mehr. Indem man gewissenhaft die Tora anschaut, entdeckt man Möglichkeiten, G-tt mit jedem Aspekt unseres Lebens sinnvoll zu verbinden. Solange wir unsere Erde nicht unkultiviert hinterlassen – solange wir das Leben nicht so hinnehmen wie es daherkommt, solange werden wir große Schätze finden.

Wir haben die Möglichkeit, über unser Essen einen Segen zu sprechen. Wir können Zeit für das Nachmittagsgebet finden, eine Insel der Selbstprüfung schaffen inmitten des Trubels des Geschäftstags. Wir können Anstrengung unternehmen, auf Arbeit nette und aufmunternde Worte demjenigen zu sagen, der sie braucht. Wir können auf dem Hinund Rückweg zur Arbeit Mildtätigkeit üben. Unsere geschäftlichen Umgang betreffend, können wir uns in jedem wirtschaftlichen Aspekt aktiv auf absolute Ehrlichkeit – uns und anderen gegenüber – konzentrieren.

Wenn wir so leben, ernten wir Schätze von tiefsten Schichten unserer Seelen. Wir pflanzen Bäume der G-ttlichkeit in der Erde unseres Lebens, die schöne, G-ttliche Früchte tragen. Wir werden so zu einem blühenden, mikrokosmischen "Land des Wohlgefallens", ein Land der Erfüllung des Verlangens G-ttes, unser ganzes geistliches und ethisches Potential zu erlangen.

Während wir diese vielen "Mikro-Israels" schaffen, schaffen diese eine kritische Masse Gutem, das sich vereint und dazu führt, dass das "Makro-Israel" sein wahres Potenzial erreicht. Dieses verwirklichte Potential wird durch die Rückkehr aller Juden ins Land Israel zum Ausdruck gebracht, wo Ihnen durch die Wiedererrichtung des Tempels, von dem Gutes und Harmonie ausstrahlen und die gesamte Menschheit erleuchten wird, G-ttlichkeit offenbart werden wird.

von Shlomo Yaffe
Rabbi Shlomo Yaffe schreibt häufig Artikel für Chabad.org und ist eine angesehene Autorität bei Chabad in Harvard. Er ist Dean des Institute of American and Talmudic Law in New York, NY. Rabbi Yaffe hält Vorträge und Seminare in ganz Nordamerika, sowie in Europa und Südafrika.
Über den Künstler: Sarah Kranz hat Magazine, Webseiten und Bücher (inklusive 5 Kinderbücher) illustriert, seitdem sie 1996 ihren Abschluss beim Istituto Europeo di Design, Milan, erlangte. Zu ihren Kunden zählen The New York Times und das Money Marketing Magazine of London.
© Copyright, alle Rechte vorbehalten. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, empfehlen Sie ihn weiter, vorausgesetzt Sie halten sich an unsere Urheberrechtsrichtlinien.
 E-Mail
Diskutieren Sie mit
1000 verbliebene Zeichen
Diese Seite in anderen Sprachen