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Warum schicken wir eigentlich unsere Kinder zur Schule?

Warum schicken wir eigentlich unsere Kinder zur Schule?

Haben sie nicht das Recht zu wissen?

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Warum schicken wir eigentlich unsere Kinder zur Schule? Nun, als Eltern wissen wir alle die Wahrheit: Sobald der Schulbus weggefahren ist, ziehen wir das Business-Outfit aus und schlüpfen in den Badeanzug. Wir achten peinlich genau darauf, rechtzeitig vor den Kindern aus dem Wasserpark zurück zu Hause zu sein, um sie wieder in unserem Busines-Outfit in Empfang nehmen zu dürfen.

Warum schicken wir eigentlich unsere Kinder zur Schule? Geht es lediglich darum, Daten, Fakten und Zahlen im Gedächtnis zu speichern? Oder geht es um die Hoffnung, ihnen eine Chance zum Erfolg zu geben - besonders in dieser Welt, in der "jeder gegen jeden" ist.

Schließlich haben unsere Kinder das Recht zu wissen, weswegen sie ihre Stunden in der Schule verbringen. Bedauerlicherweise ist die Botschaft, die sie erhalten, irreführend.

Sie werden die Szene vielleicht kennen: Ein wohlmeinender Pädagoge, geht in ellenbogenbestickter Tweedjacke mit bester Absicht auf das Podium, und möchte die Zuhörer und Zuschauer ermutigen, größere Träume zuträumen. Er strengt sich wirklich an, die Lernenden dazu zu inspirieren,nach den Sternen greifen zu wollen, zu beschreiben, wo sie in zehn Jahren sein wollen. Er möchte sie auch dazu bewegen, die Richtung einzuschlagen, dorthin zu gelangen. Sonderbare, metaphorische Ausuferungen waren selten, jedoch gelegentliches gaunerhaftes Grinsen häufiger.

Pflichtbewusst beginnen die Lernenden sich vorzustellen, wo sie sein wollen: Bilder von Ferienhäusern und schönen Autos sowie alles, was zum Erfolg und erfolgreichem Sein dazugehört. Die Botschaft, die sie erhalten, ist die folgende: "Wenn du bekommen möchtest, was du willst, schlage die Bücher auf und komm zur Sache!"

Hier genau liegt das Problem, die Botschaft läuft darauf hinaus, dass man macht, was das Herz einem sagt und man den Geist einsetzt, um die richtige Richtung einzuschlagen.

Doch so gute Nachrichten gibt es nicht. So zu denken ist rückständig. Die Erziehung sollte Kinder vermitteln, wie man grundsätzliche moralische Entscheidungen für das Leben fällt. Die grundlegenden drei Attribute sollten ihnen Kraft und Dynamik verleihen, sowohl rechtschaffend und verantwortungsvoll als auch ehrfürchtig, und wettbewerbsfähig auf dem Markt zu sein.

Ein grundlegender Lehrsatz der chassidischen Denkweise ist, dass der Geist die Leidenschaft eines Menschen führen kann und soll. Erstmal muss verstanden werden, was tugendhaft ist und um die gefühlsbetonte Seite davon zu überzeugen, auch in Aufregung und Verzückung darüber zu geraten.

Rabbiner Schneur Zalman aus Liadi beschrieb1 den Kampf zwischen der trieb- und instinktbetonten "tierischen Seele" und die transzendentale "g-ttliche" Seele. Beide geben vor, eine Heimat und ein Hauptsitz zu sein, in dem die tierische Seele sehr bequem eingebettet ist. Nämlich in dem Herzen, das entgegen wirkt. Das Herz fährt mit Leichtigkeit fort und ist bereit, der nächstbesten Modeerscheinung, die auftaucht, zu folgen. Die g-ttliche Seele hat ihre Basis im rationellen Geist; sie findet ihren Sinn im vernünftigen Fortschritt.

Da die eben genannten Komponenten sich nicht mit dem Motto "Leben und leben lassen" zufrieden geben, versuchen beide, den Körper zu besiegen und somit geht die Schlacht los. Sie sind so einseitig orientiert, dass sie versuchen, den Gegenpart zu durchdringen. Die tierische Seele ist darauf erpicht, die Cleverness des Geistes zu kommandieren, um ihm so zur Erfüllung seiner Wünsche zu verhelfen. Während die g-ttliche Seele versucht, die Leidenschaft des Herzens zu nutzen, um mehr Begeisterung zu erlangen.

Sie will mehr Nutzen aus sich selbst ziehen - zur Verbesserung der Menschheit. Falls es dem Intellekt, der rationalen Seite entspringt, dann ist das ein Hinweis darauf, dass es ein g-ttlicher Seelenimpuls ist; falls der Absender das "Herz" ist, dann handelt es sich wahrscheinlich um die tierische Seele.

Wir müssen unsere Schulkinder lehren, mit ihren Studien fortzufahren, um einen ethischen Codex zu entwickeln. Dieser soll sie befähigen, einen ehrlichen Unterschied in der Welt zu machen, um zu vermeiden, in die nächstbeste Mausefalle zu tappen. "Schärfe deinen Verstand in der Hoffnung, ihn flexibler zu machen gegen die Tricks der tierischen Seele!"

Wenn die Verwaltung das Herz nach dem "was du möchtest" durchsucht und dann den Verstand fragt: "finde heraus, wie Du es bekommst", so erscheint das Verlangen der König und der Verstand dessen Diener zu sein. G-tt erschuf den Menschen mit dem Kopf über dem Herzen, um uns daran zu erinnern, dass unsere Emotionen unter Aufsicht des Verstandes und der g-ttlichen Seele stattfinden müssen, um so der Menschheit sowie G-tt einen größeren Dienst erweisen zu können.

Die Schulglocke wird in jeder Schüler- Karriere irgendwann letztmalig erklingen und ihnen so die Aufgabe der Erziehung und Umsetzung selbst auferlegen. Die Schule muss sich rüsten, den Bombardements und Verlockungen zu widerstehen und mit "Geist-über- Herz"-G-ttlichkeit entgegenzutreten.

Raus aus dieser Ecke und tun Sie etwas wirklich Gutes!

Fußnoten
von Baruch Epstein
Rabbi Baruch Epstein ist ein Chabad-Lubawitsch Gesandter in Illinois, und arbeitet als Rabbiner der Bais Menachem Gemeinde. Er und seine Frau Chaya sind stolze Eltern von drei Töchtern.
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