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Seelengespräch

Seelengespräch

Übergang: die abschließenden Momente physischen Lebens

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„Größer ist der Tag des Todes“ – erklärt König Salomon im Buch Kohelet (Prediger), „als der Tag der Geburt“. Auf den ersten Blick scheint dies eine merkwürdige Aussage zu sein –besonders für eine das Leben feiernde Philosophie und Religion wie die des Judentums. Aber die chassidischen Meister beharren darauf, dass dies kein Widerspruch sei. Die Zeit, in der jemand stirbt, so erklären sie, ist der gipfelnde Moment seiner oder ihrer Mission im Leben.
Die Zeit, in der jemand stirbt, ist der gipfelnde Moment seiner oder ihrer Mission im Leben
Dies ist der Moment, in dem die Summe von seinen oder ihren Errungenschaften in diese Welt Früchte trägt. Körperlich kann man sich in einem verminderten Zustand befinden, aber geistig ist dies der Augenblick unseres höchsten Potenzials.

Der Moment der Jeziat Neschama („Verlassen der Seele“) ist ein überaus erhabener Moment und sollte von der sterbenden Person genutzt werden (oder falls dies nicht möglich ist, dann von den Anwesenden) durch zwei grundlegende Taten: 1) Die Bekräftigung der Einheit mit G-tt durch das Sprechen des Schma Jisraels, 2) Durch Tschuwa, Reue und Umkehr.

1) Das Schma Jisrael

Sollte es einen einzigen Satz geben, der den Glauben und die Lebensmission eines Juden zum Ausdruck bringt, so ist dies das Schma Jisraels. Schma Jisrael, Ado-naj E-lohejnu, Ado-naj Echad – „Höre Israel, der Ewige, unser G-tt, ist einer“. Wir sprechen diese Worte jeden Morgen und Abend unseres Lebens und sie bringen das ultimative Ziel einer jeden Handlung und Tat zum Ausdruck: Die Wahrheit, dass G-tt einer ist, real zu machen. Dass G-tt und die Schöpfung, G-tt und unser Leben, nicht zwei separate Einheiten sind, sondern eine Einheit – da alles Emanation und Ausdruck der g-ttlichen Einzigkeit ist.

Und dies sind die Worte, die Juden auf dem Höhepunkt ihres Lebens proklamieren. Wir proklamierten diese im Anblick der Schwerter der Kreuzritter oder Öfen von Auschwitz; wir schrien diese Worte heraus wenn der Tod plötzlich und gewaltsam kam oder friedlich im Bett. Durch die Zeiten hindurch strebten die Juden danach, das Leben zu verlassen wie sie es gelegt haben – mit dem Schma Jisrael auf ihren Lippen.

2) Tschuwa

Laut jüdischer Tradition können wir alle Aspekte unseres Lebens aufwerten, richtig stellen und reparieren – zumindest solange wir leben.

Durch tiefe Reue und solide Entschlossenheit haben wir die Kraft, Frevel und Verfehlungen „zurück zu geben“. In einem einzigen herzzerreißenden Moment können wir dies reparieren und den Mangel reparieren.

In einem einzigen Moment der Tschuwa können wir den Schaden reparieren und den Mangel beheben Ein wichtiger Bestandteil des Tschuwaprozesses ist das Vidui – das Eingestehen der Sünden – das G-tt unsere Verfehlungen einräumt und darum ersucht, dass Er diese und dessen Folgen heilt und uns vervollständigt.

Tschuwa kann an und bei jedem Punkt erreicht werden, aber in keinem Moment ist es günstiger und nötiger als in den schließenden Augenblicken eines Lebens. Um es mit den Worten unserer Weisen zu sagen: „Wann, wenn nicht jetzt?“

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Einleitung: Der Umgang mit dem Tod aus jüdischer Sicht
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