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Der Tag der Bar Mizwa

Der Tag der Bar Mizwa

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4. Mit Vollendung des 13. Lebensjahres entfaltet sich beim jüdischen Jungen1 die g-ttliche Seele zur Gänze und der junge Mann ist deshalb von nun an zur Erfüllung aller Toragebote verpflichtet.

5. Der Tag der Bar Mizwa ist ein Freudentag. Nichtsdestotrotz wird das Bußgebet (Tachanun) gesprochen.

6. Nach dem Morgengebet versammeln sich Angehörige und enge Freunde in der Synagoge; die Eltern des Bar Mizwa-Jungen sprechen einige Worte zu Ehren des freudigen Anlasses. Danach rezitiert der Junge einen chassidischen Diskurs (auswendig)2. Im Anschluss werden Honigkuchen und Branntwein verteilt.

7. Am Abend versammelt man sich zu Ehren des feierlichen Anlasses zu einer Mahlzeit. Dieser Anlass ist, wie jede Aktivität im Bereich des toratreuen Judentums, öffentlich und im Beisein von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten auszurichten, und nicht nur im privaten familiären Rahmen. Andererseits ist davon abzusehen, durch ein Übermaß an Gästen oder Aufwartung unnötige Mittel zu verschwenden; anzustreben ist der goldene Mittelweg.

8. Die Bar Mizwa-Feier ist am Geburtstag des Kindes auszurichten, weder früher noch später. Von einer Veranstaltung der Feier am Schabbat ist abzusehen, um die Gefahr der Schabbatentweihung auszuschließen.

9. Es ist Brauch, dass der Bar Mizwa-Junge im Verlauf der Mahlzeit eine kurze Ansprache mit Worten der Tora hält.

10. Es ist unser Brauch, dass der Bar Mizwa-Junge im Verlauf der Mahlzeit einen chassidischen Diskurs rezitiert. Darüber hinaus ist es auch angebracht, Themen aus der offenbaren Toradimension zu erörtern.

11. Es ist unser Brauch, den chassidischen Diskurs einmal zur Gänze vorzutragen, und danach nochmals von vorne zu beginnen, ehe die Anwesenden durch Gesang u.ä. unterbrechen.

12. Der Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem M. Schneerson, segnete Bar Mizwa-Jungen mit folgenden Worten: „Mögest Du Dich zu einem Chassid, einem g-ttesfürchtigen Juden und einem Toragelehrten entwickeln.“3

13. Reisen, Ausflüge und diverse Unterhaltungsprogramme anlässlich der Bar Mizwa-Feier sind nicht angebracht.4

14. Es ist angebracht, dass der Bar Mizwa-Junge vor dem Morgen-, wie auch vor dem Nachmittagsgebet, einige Münzen von seinem eigenen Geld für wohltätige Zwecke spendet. Wer bereits täglich spendet, füge in erkenntlichem Maße der gewöhnlichen Summe hinzu.

15. Fällt aber die Bar Mizwa auf Schabbat oder Feiertag, ist die Spendentätigkeit am Tag zuvor und/oder danach auszuüben.

16. Es ist empfehlenswert, dass auch die Eltern des Bar Mizwa-Jungens an diesem Tag zu seinen Ehren/zu seinen Gunsten spenden.

17. Am Tag der Bar Mizwa sagt und lernt der Bar Mizwa-Junge Psalm 14.5

18. An diesem Tag sind gute Vorsätze im Zusammenhang mit toratreuem Judentum im Allgemeinen, und Torastudium und Gebotserfüllung im Besonderen zu fassen.

19. Auf die Freunde ist guter Einfluss im Zusammenhang mit toratreuem Judentum, Torastudium und Gebotserfüllung auszuüben, damit auch sie ihre Verpflichtungen erfüllen.

Bei mehreren Gelegenheiten fügte der Rebbe hinzu, dass – im Fall von Nicht-Erfüllung einer oder mehrerer der genannten Punkte am Tag der Bar Mizwa – diese zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden können; beim Spenden ist der Betrag zu erhöhen. Darüber hinaus übe man guten Einfluss auf weitere Kinder aus, damit auch sie alle Verpflichtungen in Verbindung mit toratreuem Judentum erfüllen – einschließlich der erwähnten Bräuche für die Bar Mizwa.

Fußnoten
1.
Bei Mädchen mit Vollendung des 12. Lebensjahres; sie wird dann zur „Bat Mizwa“.
2.
Gewöhnlich wird der Diskurs „Es steht im Midrasch Tehillim“ aus dem Jahr 5653 (1893) vorgetragen. Dieser wurde erstmals von Rabbi DovBer Schneerson, bekannt als Rebbe Raschab, anlässlich seiner eigenen Bar Mizwa vorgetragen. Sein Sohn, Rabbi Josef Jizchak Schneersohn, wiederholte diesen Diskurs bei seiner Bar Mizwa, mit einigen Zugaben.
3.
Der vorhergehende Lubawitscher Rebbe, Rabbi Josef Jizchak Schneersohn, pflegte Bar Mizwa-Jungen mit folgen Worten zu segnen: „Mögest Du Dich zu einem g-ttesfürchtigen Juden, Chassid und Toragelehrten entwickeln.“ Auch der Rebbe nutzte diese Formulierung zu Lebzeiten seines Schwiegervaters, Rabbi Josef Jizchak Schneerssohn, wie auch in der Periode danach.
4.
... sondern stellen vielmehr einen Widerspruch dar, nimmt doch der Junge an diesem Tag das Joch der himmlischen Herrschaft und das Joch der Tora auf sich. Da er nun das Alter der Gebotserfüllung erreicht hat, ist es angebracht, sein Verantwortungsbewusstsein zu stärken, und nicht, ihn davon zu entbinden.“
5.
Siehe ... [Minhag aus Brief Rajatz, Lernen des Psalmes am Geburtstag]
Zusammengestellt von Levi Sternglanz
© Levi Sternglanz - Vervielfältigung und Nachdruck verboten
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