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Der jüdische Blick auf die Scheidung

Der jüdische Blick auf die Scheidung

Eine Scheidung ist eine Tragödie, aber manchmal der einzig richtige Weg

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Wenn ein Paar jüdisch heiratet, vereinen sich zwei Seelen: Eine geistigen Operation verbindet zwei getrennte Wesen zu einem neuen Ganzen. Demzufolge entspricht die jüdische Scheidung einer geistige Amputation: Eine Durchtrennung des vereinten Seelenpaares zu zwei wieder separaten Wesen.

Die Scheidung ist wie die Amputation zwar eine Tragödie, aber manchmal das einzig Richtige! Der Scheidungsprozess ist in vieler Hinsicht der Amputation eines Körperteiles vergleichbar:

Die Scheidung ist wie die Amputation zwar eine Tragödie, aber manchmal das einzig Richtige!

Es ist schmerzhaft. Wenn ein Körperteil durch seine Krankheit dem restlichen Körper schaden könnte, steht der Betroffene vor einer schrecklichen Wahl: Den relativ kurzen Amputationsschmerz auszuhalten, oder ein Leben mit Dauerschmerzen weiterzuführen. Besteht das Risiko, dass die künftigen Schmerzen immer stärker werden, dann ist diesem Leiden durch Amputation ein Ende zu setzen. Die Scheidung ist für alle Beteiligten gleichermaßen schmerzhaft, aber es ist die richtige Wahl, wenn eine ungesunde Beziehung noch mehr Schaden, Leid und Kummer verursachen würde.

Es ist der letzte Ausweg. Wir tun alles, um eine Amputation zu vermeiden. Selbst bei der kleinsten Heilungs-Chance ist es ein Versuch – auch unter größtem Aufwand - wert, die Amputation zu verhindern. Erst wenn alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, sollten wir eine Amputation in Erwägung ziehen. Das Gleiche gilt für eine Scheidung: Erst nach aufrichtigen Beratungen und fruchtlosen Bemühungen sollte dieser Schritt getan werden.

Es ist kein „Plan B“. Amputation ist keine leichte Angelegenheit und erst recht keine Option, sollte eine Behandlung nicht funktionieren. Niemand würde einem medizinischen Experiment unter der Prämisse leichtfertig zustimmen: „Sollten meine Gliedmaßen Schaden nehmen, kann ich sie ja immer noch amputieren.“ Genauso gehen wir in keine Ehe und sagen: „Wenn wir nicht miteinander zurechtkommen, können wir uns immer noch scheiden lassen.“ Die Scheidungsoption darf keine Rolle bei der Heiratsentscheidung spielen. Eine Ehe ist für immer, - sie hat keinen Plan B.

Vorbeugen ist besser als heilen. Amputierte können ein glückliches und erfülltes Leben führen. Manchen geht es nach einer solchen Operation besser als vorher. Aber wenn der Amputierte sein Leben noch einmal beginnen könnte, würden er diesen Weg kein zweites Mal gehen wollen. So kann die Scheidung manchmal zu Glück, wahrer Liebe und Zufriedenheit führen. Aber diesen Punkt ohne Scheidungsschmerz zu erreichen, wäre sicherlich die vorzuziehende Option.

Wenn sich ein Paar trennt, stellt niemand die Frage: „Warum haben sie sich scheiden lassen?“, sondern: „Warum haben sie überhaupt geheiratet?“ In vielen Fällen trennen sich die Menschen aus den richtigen Gründen, weil sie unter falschen Voraussetzungen geheiratet haben. Die hohen Scheidungsraten sollten uns aber nicht vom Heiraten abschrecken, sondern unsere Entschlossenheit bekräftigen, die Ehe ernst zu nehmen und sicherzustellen, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen unseren Partner wählen. Was aber diese „richtigen Gründe“ sind, ist eine andere Frage ...

von Aron Moss
Rabbiner Aron Moss lehrt Kabbala, Talmud und praktisches Judentum an der „Foundation for Education“ in Sydney, Australien.
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Die Scheidung ist eine Tragödie, aber manchmal der einzig richtige Ausweg. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick, wie das Judentum zum Thema Scheidung steht.